Dankbarkeit statt Wut

Letzte Woche haben Alex und ich den Film Courageous – Ein mutiger Weg geguckt. Darin geht es um fünf Männer und ihre Rolle als Väter. Einer von ihnen verliert seine Tochter bei einem Verkehrsunfall. Seine Frau und er sind am Boden zerstört. Er sucht das Gespräch mit seinem Pastor und der sagt ihm folgenden Satz (frei zitiert):

„Sie können entweder wütend auf das sein, was Sie nicht mit ihr erlebt haben oder dankbar sein für das, was sie gemeinsam erlebt haben.“

Das hat uns sehr angesprochen. Es gibt so viele Dinge, die wir unserem kleinen Vogel gerne noch zeigen und sagen würden. Ben wollte mit ihm Fußball spielen. Hannah… sie ist zufrieden, wenn sie endlich mit ihm kuscheln darf 🙂

Alex wollte mit seinen beiden Jungs zelten. Und ich? Ach da gibt es so vieles… Vielleicht werden wir einiges davon auch noch schaffen. Dennoch ist uns bewusst, dass vieles nicht möglich sein wird. Das macht uns zwar nicht wütend, aber irgendwie traurig. Fehlende Erinnerungen tun weh. Das weiß ich seit dem Tod meiner Schwester.

Doch wir entscheiden uns dafür, dankbar zu sein. Wir sind dankbar dafür, dass wir unseren Samuel kennen lernen können. Wir können ihn sehen – seine dunklen Augen, wie er versucht, mit seiner Zunge die Sonde aus dem Mund zu schieben. Wir können ihn riechen – dieser Babygeruch ist der Wahnsinn, ich will ihn direkt abknutschen!! Wir dürfen sein leises Stimmchen hören und seine weiche Haut auf unserer spüren. Wir dürfen mit ihm kuscheln, ihn küssen und ewige Erinnerungen schaffen. Ich genieße ganz besonders die Momente, in denen ich meinen kleinen Jungen auf dem Arm habe und er ganz friedlich bei mir schläft. Eigentlich sind es Stunden, aber sie verfliegen oft so schnell wie Augenblicke. Doch diese Augenblicke schenken uns beiden Ruhe und Kraft, auf das nächste Wiedersehen zu warten.

Danke, Gott, für dieses WUNDERvolle Geschenk und jeden Augenblick, in dem wir es genießen dürfen!

5 thoughts on “Dankbarkeit statt Wut

  1. Ihr Lieben!
    Ich bin so tief berührt von Euren Gedanken und Gefühlen und dass Ihr sie mit uns teilt.
    Ich bete für Euch und wünsche Euch, dass wenigstens ein Teil Eurer Träume wahr werden kann.
    Alles Liebe, Dörthe

  2. Hey ihr zwei.

    ich bin sehr dankbar für eure Seite. Und ich bin auch sehr dankbar euch einfach zu haben. Und ich bin so dankbar für eure Einstellung. Dafür das Gott einfach in euch wirkt und euch das Gute sehen lässt. Dass ihr nicht die vielen fehlenden Tage seht, sondern die Tage die ihr habt.

    Das macht mich sehr froh. Und ich bete für euch, dass ihr Frieden und Freude von Gott bekommt und Gott euch segnet.

    Gott ist gut.

    Danke euch, dass man sehen kann das Gott auch dann gut ist, wenn man durch schwere Zeiten geht.

    Artur B

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